Nicht nur in Deutschland hat sich, was die Verbreitung von Casinos angeht sowie, rund um die Legislatur von Glücksspiel einiges getan. Auch auf Mallorca, dem „17. Bundesland“ der Deutschen, hat die Glücksspielindustrie zunehmend Einzug gehalten.

Eigentlich gute Nachrichten für Glücksspieler, die jedoch für fehlende Kontrollen und eine nicht vollständig geklärte rechtliche Lage für Diskussionen sorgt.

Aufschwung durch Legalisierung

Im Jahre 2017 wurde die Gesetzeslage rund um Spielhallen und Wettbüros erneut gelockert, was den massiven Zuwachs von Spielhallen zur Folge hatte. Das stetige Wachstum der Glücksspielindustrie stellt für viele Länder eine attraktive Einnahmequelle dar, und für Mallorca gilt das in vieler Hinsicht besonders, da die Insel sehr viele Touristen zu verzeichnen hat, darunter natürlich viele deutsche Urlauber, die regelmäßige Reisen unternehmen oder über Ferienhäuser verfügen.

Die Ausbreitung von Spielhallen hat mittlerweile allerdings solche Ausmaße angenommen, dass Mallorcas Hauptstadt Palma die Stadt mit der höchsten Spielhallen- und Wettbüro-Dichte in ganz Spanien ist.

Zur Fußball-WM 2018 wurden insbesondere Wettbüros großzügig beworben. Mit Erfolg – die Verbreitung der Glücksspielindustrie insgesamt und deren Einnahmen waren in diesem Jahr so hoch wie noch nie.

Kontrollen der Glücksspiel-Gesetze

Leider öffneten in Palma Spielhallen ihre Pforten, bevor es gesetzlich festgelegte Pläne gab, wie die europaweit geltenden Auflagen zum Jugendschutz und zur Suchtprävention in Spielhallen zu kontrollieren seien.

In Online Casinos hat sich dazu ein System etabliert – wir vertrauen mittlerweile auf die Kontrollen der verschiedenen Glücksspielkommissionen und ihrer Audit-Partner, welche die Sicherheit von Spielern gewährleisten.

Obwohl gesetzliche Auflagen zum Spielerschutz auf Mallorca natürlich existieren, ist es wie bei so vielen Dingen auch nicht immer einfach, genügend Personal für Kontrollen und den damit verbundenen bürokratischen Aufwand zur Verfügung zu stellen.

Fehlender Jugendschutz

Zu den Gesetzen auf Mallorca zählt unter anderem ein Mindestabstand zwischen Spielhallen und Gebäuden des öffentlichen Lebens wie Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten von mindestens 100 Metern. Zusätzlich dazu müssen einzelne Spielhallen mindestens 500 Meter voneinander entfernt liegen. Das soll dazu beitragen, eine frühe Normalisierung von Glücksspiel für Risikogruppen, wie zu Beispiel Kinder, zu verhindern. Trotzdem ist auch in 2019 mehrmals Minderjährigen und Glücksspielsüchtigen der Zutritt zu Spielhallen gewährt worden.

Das ergab eine Großrazzia mit dem Namen „Operation Arcade“. Hierbei besuchten Beamte über die Hälfte der mittlerweile über 3.000 Spielhallen und Wettbüros auf der Insel. Bei ihren Kontrollen trafen sie mehrere Jugendliche und Personen an, die sich nicht ausweisen konnten.

Für Menschen die unter Glücksspielsucht leiden, gibt es auf Mallorca eine Liste. Die Eintragung ist freiwillig, soll aber verhindern, dass diese Personen Zugang zum Glücksspiel haben Gerade für diese beiden Fälle ist essenziell wichtig, dass Glücksspieler ihren Ausweis bei sich tragen und vor Betreten einer Glücksspielhalle kontrolliert werden.

Verschärfte Kontrollen

Erst im Jahr 2014 wurden die Sanktionen für fehlende Kontrollen verschärft. Auch in diesem Jahr war es zu Razzien gekommen, am Ende derer für einzelne Vergehen Strafen in vierstelliger Höhe vergeben wurden. Die Zahl der Sanktionen insgesamt war zu dieser Zeit übrigens recht niedrig, nur 52 Fälle insgesamt wurden gemeldet.

2014 wurde Glücksspiel auf Mallorca erstmalig legalisiert, seitdem öffneten pro Jahr mindestens 100 neue Spielhallen oder Wettbüros. In 2018 lag die Zahl bei 160 neuen Lizenzen.

Gleichzeitig stieg auch die Zahl der Sanktionen – in 2018 gab es insgesamt 215 Straffälle. Dies ist nicht nur auf die höhere Anzahl an Casinos zurückzuführen, sondern auch auf bessere Kontrollen.

Die Sanktionen haben sich mittlerweile vervierfacht und die Balearen nahmen 2018 2,62 Millionen Euro an Bußgeldern ein. Allein einem Minderjährigen Zutritt zu gewähren kostet ein Casino 10.000 €, insgesamt können Geldstrafen bei bis zu 70.000 € liegen.

Die Zukunft des Glücksspiels auf Mallorca

Es mag so wirken, als kämen die mallorquinischen Behörden mit ihren Kontrollen nicht ganz hinterher, aber bereits im November dieses Jahres wurden tägliche Kontrollen beschlossen. Dazu kommen auffällige Verbotsschilder und Aushänge der mallorquinischen Jugendschutzordnung.

Ein Problem lässt dich damit nicht lösen – der einfache Zugriff für Minderjährige auf Online Casinos. Viele junge Menschen erfahren nicht nur in Deutschland zunehmend über Fernseh- oder Internetwerbung von Online Casinos, Streamer die auf YouTube über Videospiele bekannt wurden, haben ihre Aktivitäten mittlerweile auch auf Online Casinos ausgeweitet.

Glücksspiel bei Jugendlichen wird beliebter, und auch wenn zum Beispiel die United Kingdom Gambling Commission bereits Schritte zur Bekämpfung dieses Trends einleitet, zeigt die Situation auf Mallorca deutlich, dass es einer einheitlichen Lösung bedarf.